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10. Juni 2022

Was ist eigentlich eine MINT-Region?

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Die Vermessung der MINT-Welt, Teil 2

In Sachen MINT geht in Deutschland so einiges – aber was genau eigentlich? Wo gibt es welche Infos, wie können sich MINT-Akteur:innen austauschen, wann finden für die MINT-Community Möglichkeiten zum Netzwerken statt? Mit unserer Reihe „Die Vermessung der MINT-Welt“ geben wir den Überblick. Diesmal fragen wir Teresa Moll von der Körber-Stiftung, was es mit den MINT-Regionen auf sich hat.

Was ist eine MINT-Region?

MINT-Regionen sind regionale Netzwerke, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, die MINT-Bildung zu stärken. Mittlerweile sind über 130 über ganz Deutschland zu finden. Die Mitglieder der einzelnen MINT-Regionen kommen aus der gesamten Bildungskette: von Kindergärten, Schulen, Hochschulen, Initiativen bis zu Unternehmen, Stiftungen, Vereinen und Stadtverwaltungen. Sie alle bilden jeweils ein Netzwerk mit regionalem Fokus und konzipieren beispielweise passende MINT-Angebote für ihre Region. Der Austausch und die Verbesserung der MINT-Bildung vor Ort stehen also im Fokus.

Ist jede MINT-Region gleich?

Nein. „So unterschiedlich die regionalen Gegebenheiten sind, so unterschiedlich sind auch die MINT-Regionen aufgestellt. In manchen Bundesländern sind es Initiativen, die auf die Idee gekommen sind, eine MINT-Region zu gründen. In anderen ist es etwa eine Stadtverwaltung, die gerne die MINT-Bildung in ihrer Kommune stärken möchte und nun der Initiator für den Aufbau eines Netzwerks ist“, sagt Teresa Moll, Programmleiterin bei der Körber-Stiftung. Was alle Regionen aber gemeinsam haben, ist eine koordinierende Stelle. Diese Person hält die Fäden für das Netzwerk in der Hand: Sie plant Netzwerktreffen und Veranstaltungen und sorgt dafür, dass die verschiedenen Akteur:innen der jeweiligen MINT-Region regelmäßig im aktiven Austausch miteinander stehen und es eine konstruktive Zusammenarbeit gibt.

Wie entsteht eine MINT-Region?

Das ist ganz unterschiedlich. Manche Bundesländer gewähren eine Anschubfinanzierung, wenn eine MINT-Region gegründet wird. In anderen gibt es bislang keine Förderung. „Beispielsweise ist Nordrhein-Westfalen bei den MINT-Regionen das stärkste Bundesland, was auf das zdi-Landesprogramm zurückzuführen ist. Im Rahmen dieses Innovations-Programms wurden regionale Strukturen gefördert. Diese sind heute als MINT-Regionen eingetragen“, sagt Teresa Moll. Mal ist es eine Stadtverwaltung, die eine MINT-Region ins Leben ruft, häufig gründen aber auch MINT-Akteur:innen privater Initiativen selbst eine Region.

Warum sind MINT Regionen eigentlich so wichtig?

MINT-Bildung findet vor Ort statt. Als Lehrerin, die ein Schülerlabor mit ihrem Physikleistungskurs besuchen möchte, als Mutter, die Programmierangebote für die eigene Tochter sucht, oder als interessierter Jugendlicher, der ein Praktikumsplatz im MINT-Bereich finden möchte, ist es wichtig zu wissen, welche passenden Angebote es in der Region gibt. Das heißt, MINT-Bildung muss vor Ort koordiniert und gestärkt werden – gerade weil jedes Bundesland und jede Region so unterschiedlich ist. Die Arbeitsgruppe MINT-Regionen des Nationalen MINT Forums hat daher bereits vor mehr als zehn Jahren die Gründung von regionalen MINT-Netzwerken empfohlen.

Und wo kann ich mich informieren?

Über das Konzept der MINT-Regionen kann man sich hier weiter informieren. Es gibt auch einen Newsletter, zu dem man sich hier anmelden kann.

Infokasten: Wer ist Teresa Moll?

Teresa Moll ist bei der Körber-Stiftung als Programmleiterin für die MINT-Regionen verantwortlich. Zuvor setzte sie die Pilotphase der MINT-Qualitätsoffensive um. Bevor sie zur Körber-Stiftung kam, war sie als Beraterin für Öffentliche Institutionen mit Schwerpunkt auf Evaluationen und Wirkungsanalysen von Förderprojekten tätig. Diesen Fokus auf dem Thema Wirkung bringt Teresa Moll in die strategische Ausrichtung des Programmbereichs MINT-Regionen ein.